Aus dem Kirchenkreis

Bildungsfahrt mit Diakoniebeauftragten

Vom 30.6. bis 3.7. sind die Diakoniebeauftragten des Kirchenkreises nach Göttingen und Umgebung gefahren, um diakonische und soziale Einrichtungen zu besuchen und Anregungen für die eigene Arbeit zu sammeln.

Nach einer Stadtführung „Rund um das Gänseliesel“ besuchten wir das Ausbildungslokal von „Arbeit und Leben“ und wurden von den jungen Auszubildenden liebevoll und aufmerksam beim Mittagessen bedient. Anschließend stellte Sozialpädagogin Erika Hoppe ihre Arbeit bei der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) vor, die über Patientenrechte und Ärztepflichten informiert.

In den „Internationalen Gärten“ sind wir von der Irakerin Najeha Abid mit Kräutertee und selbstgebackenen Keksen freundlich empfangen worden. Sie hatte die Leitung eines Gymnasiums in Bagdad mit 7000 Schülern, ehe sie Ende der 80er Jahre nach Deutschland flüchten und bei Null anfangen musste. Der interkulturelle Austausch in den Gärten sei für viele MigrantInnen die letzte Rettung vor Depression und Resignation gewesen.

Anschließend haben wir die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ besucht. Generalsekretär Tilman Zülch schilderte uns, wie es während der Biafra-Krise durch ihn und einen weiteren Studenten zur Gründung dieser Menschenrechtsorganisation gekommen war. Er konnte nicht lange bleiben, weil er noch ein Gespräch mit einem Politiker hatte. Es ging um eine Roma-Familie, die seit 17 Jahren in Göttingen lebt und in den Kosovo abgeschoben werden soll. Seine Intervention nützte nichts. Wir lasen es am nächsten Tag in der Zeitung: der Vater musste in Abschiebehaft, die Mutter und die vier in Göttingen geborenen Kinder hielten sich versteckt. Dieses so hautnah mitzubekommende Erlebnis machte uns betroffen.
In Heiligenstadt sind wir über die diakonische Arbeit vor Ort informiert worden. Über Duderstadt ging es zum Kloster Walkenried zum „ Harzer Kniesteressen“ mit anschließender Klosterführung bei Kerzenschein.
Am dritten Tag trafen wir in der Groner St. Petri Kirche die Pastorin Uta Callies, die uns ihre Kirchengemeinde vorstellte und über die Situation im Kirchenkreis Göttingen informierte.

Zur Kirchengemeinde gehört eine Kindertagesstätte mit einem integrierten Familienzentrum nach englischem Vorbild, das mit Hilfe von EU-Mitteln gegründet worden war. Bemerkenswert, was dort an niedrigschwelliger Arbeit geleistet wird. Von den Kindern ging es zu den Senioren ins Zentrum für ältere Menschen. Diakon i. R. Uli Krause berichtete von der Einrichtung, dort treffen sich kirchliche und politsche Gremien und Gruppen.

Weiter ging es mit einer Besichtigung des Klosters Bursfelde und einem Stadtbummel in Hannoversch Münden nach Lust und Laune.

Beim Rundgang durch das Industriedenkmal Saline Luisenhall haben wir uns am letzten Tag mit dem aus 450 m Tiefe gewonnen Salz versorgt, das bei Feinschmecker Restaurants sehr begehrt ist.
Außerdem sahen wir uns bei drückender Hitze noch das Europäische Brotmuseum und die Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen an. Nach einer Kaffeepause auf der Burgruine Plesse ging es dann zurück nach Rinteln.

Wir alle sagen „Danke“ für die erlebnisreichen und informativen Tage, die von Herrn Barwich, dem Leiter des Diakonischen Werkes in Rinteln, und seinen Helfern gut vorbereitet und durchgeführt wurden.

Marga Schlüter Diakoniebeauftragte der Kirchengemeinde Hessisch Oldendorf
 

Diakoniebeauftragte