Jesus hält
Festgottesdienst zur Konfirmation am 19. April 2009
Jesus hält
Predigt: Pastor Gero Cochlovius
Einspielung 1:
Was hält? (Filmclip)
Was hält? Einige Bilder, die uns gezeigt haben, was so alles hält oder auch nicht hält.
Konfirmation kommt aus dem Lateinischen, von confirmare heißt „festmachen“.
Jawohl, das machen wir – ein großes Fest
Das ist gut und ich hoffe und wünsche euch, dass ihr heute ein tolles Fest habt. Aber die Bedeutung meint noch was anderes: festmachen. Sich festmachen, den Glauben festmachen. Klingt nach einem Halt. Braucht man das denn? Vielleicht denkst du: Ich fühl mich sicher. Jetzt werd ich endlich erwachsen, jetzt werd ich endlich nicht mehr wie ein kleines Kind behandelt! Und in der Tat: Konfirmation ist so eine ganz wichtige Station auf dem Lebensweg. Und da darf man feste feiern, Feste feiern!
Doch bei aller Festtagsfreude ist es kein Fehler, sich ein bisschen Nachdenklichkeit zu bewahren, denn wir alle wissen: Das Leben besteht nicht nur aus Feiern. Was ist, wenn Dinge passieren, wo auf einmal nichts mehr so sicher ist, wie es schien, wo dir der Boden unter den Füßen weggezogen wird, wo du dich nach einem Halt sehnst. Ist das ein Thema für junge Menschen. Ich glaube schon. Wie sonst ist es zu erklären, dass die neue Single von Silbermond gleich nach Erscheinen in den Charts ganz nach oben schnellte?
Folie 2
Ein Lied über die Sehnsucht nach einem Halt, nach Sicherheit im Leben. Hören wir mal in den Anfang dieses Liedes hinein.
Einspielung 3 (Audioclip)
Sag mir, dass dieser Ort hier sicher ist, und alles Gute steht hier still.
Und dass das Wort, das du mir heute gibst, morgen noch genauso gilt.
Diese Welt ist schnell und hat verlernt, beständig zu sein.
Denn Versuchungen setzen ihre Frist.
Doch bitte schwör, dass wenn ich wiederkomm, alles noch beim Alten ist.
Gib mir 'n kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt, in der nichts sicher scheint.
Gib mir in dieser schnellen Zeit irgendwas, das bleibt.
Gib mir einfach nur 'n bisschen Halt, undwieg mi ch einfach nur in Sicherheit.
Hol mich aus dieser schnellen Zeit, nimm mir ein bisschen Geschwindigkeit.
Gib mir was, irgendwas, das bleibt.
Was kann uns Halt geben? Ich glaube, der Glaube. Der Glaube an Jesus Christus. Ich möchte euch das ein bisschen erklären. Und ich nehme dazu einen Vergleich.
Ihr erinnert euch an die Konfirmandenfreizeit in Schloss Ascheberg. Einige von euch waren mutig genug, sich an die Kletterwand zu wagen. Das war schon eine waghalsige Sache, diese riesige Wand am Schloss hochzusteigen. Das wäre normalerweise lebensgefährlich gewesen. Wenn nicht, tja, wenn nicht die Sicherung da gewesen wäre. Ein Seil, ein Klettergurt, die Karabinerhaken und jemand, der festhält, sichert. Ich glaube, wir brauchen das im Leben auch. Jemanden, der mich hält. Wir wollen noch einmal eine kleine Einspielung betrachten. Diesmal sind es die wahren Hollywood-Helden, nur dass Hollywood sie noch nicht entdeckt hat.
Filmeinspielung 4
Der liebe Zivi, der euch da festgehalten hat, der hat da ein paar wichtige Dinge gesagt. Ich hab ihn gefragt: Sag mal, was ist das wichtigste. Und dann hat er erst mal so zum Spaß gesagt: „Ich bin das wichtigste.“ Er ist kein Angeber – aber er hat Recht. Es braucht einen der hält. Im Leben ist das Jesus. Jesus ist ja keine Einbildung. Er lebt. Letzte Woche haben wir Ostern, die Auferstehung Jesu, gefeiert. Und ich glaube da ganz fest dran: Weil Jesus auferstanden ist, weil er Gottes Sohn ist, lebt er auch heute, ist hier und hält mich. Aber da gehört noch etwas dazu: Vertrauen wurde gesagt. Und „Festhalten“.
Wie können wir die Verbindung zu ihm halten? Nun, beim Klettern sind es Karabinerhaken. Heute möchte ich uns
vier Karabinerhaken nennen, die uns halten. Diese vier Karabiner – das sind vier Überschriften, die uns festhalten an Jesus, die uns festmachen. Ich habe dazu ein paar aus euren Konfirmationssprüchen ausgewählt. Natürlich konnte ich nicht alle 40 nehmen, aber einige passen heute ganz gut:
1) Jesus hält zu mir
Gott spricht:
„Du bist kostbar in meinen Augen und wertvoll für mich, und ich hab dich lieb.“ (Jesaja 43,4) Jasmin Kaiser
Was für eine wunderbare Zusage. Es gibt manchmal Situationen, wo niemand zu einem hält. Wo du den Eindruck hast: Ist da überhaupt einer, der mich lieb hat? Sie war keine schlechte Schülerin. Im Gegenteil, andere beneideten sie, weil sie weniger lernen musste, und trotzdem gute Noten schrieb. Irgendwann nahm der Neid überhand und man fing an, sie zu mobben. Erst nur mit so ein paar bissigen Bemerkungen. Über das Aussehen und ein paar Eigenarten, über Klamotten und anderes. Obwohl sie ein hübsches Mädchen war. Am Anfang steckte sie es noch ganz locker weg. Sie hatte ja ein paar Freundinnen. Dachte sie. Aber als es mit der Zeit schlimmer wurde, hielt sie es nicht mehr aus. Sie bekam Kopfschmerzen, und manches Mal musste sie weinen. Hält denn keiner zu mir? Auf einmal zogen sich auch ihre Freundinnen zurück. Denn es kam bei den andern nicht gut an, wenn man sich mit ihr abgab. Sie war verzweifelt. Aber ganz tief im Herzen wusste sie: Ich bin geliebt. Gott hat mich lieb. Sie betete. Es wurde nicht plötzlich besser. Nein – im Gegenteil: Das Mobbing nahm noch zu. Aber sie bekam Kraft, daran nicht zu zerbrechen. Und schließlich taten sich doch noch Möglichkeiten auf, die ihre Situation veränderten und verbesserten. Das ist jetzt ein paar Jahre her. Sie ist inzwischen ein selbstbewusstes Mädchen. Sie hat erlebt: Jesus hält zu mir. Ähnliche Erfahrungen haben mir übrigens inzwischen schon mehrere berichtet.
Du darfst wissen: Was immer andere über dich denken oder sagen, ja, selbst wenn du dich selber nicht leiden kannst: Jesus hält zu dir. Er hat dich ja gemacht. Er hat dich lieb.
Was ich von Jesus halte? – Einer der zu mir hält!
Wer Jesus für mich ist? – Einer, der für mich ist!
2) Jesus hält mich fest
Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: „Fürchte dich nicht, ich helfe dir.“ Philipp
„Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir.“ (Jesaja 41,10.13) Stefanie
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Diesen Vers haben gleich drei von euch ausgewählt: Bastian, Jasmin Schönfelder und Marie-Sophie.
Ich glaube, das ist etwas ganz Wichtiges: Es gibt jemanden, der nicht nur zu uns hält, sondern der die Macht hat, uns auch festzuhalten in den Stürmen des Lebens. Auch für Menschen, die an Gott glauben, die Jesus Christus als ihren Freund haben, kann es Dinge im Leben geben, wo man Gott nicht verstehen kann, wo man verzweifeln könnte. Doch dann ist es wichtig zu wissen: Ich bin nicht allein. Wie singt Silbermond:
Gib mir 'n kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt, in der nichts sicher scheint.
Gib mir einfach nur 'n bisschen Halt, Gib mir was, irgendwas, das bleibt.
Vielleicht denkt die Sängerin an ihre Zeit im christlichen Jugendchor des CVJM, wo sie mitgesungen hat. Vielleicht sehnt sie sich danach, dass der Glaube ihr Halt gibt. Wenn Jesus uns festhält, dann ist das nicht „nur’n bisschen Halt“ – sondern er hält mich fest. Gerade, wenn ich falle. Das ist ja beim Klettern so. Ich hab es selber mal ausprobiert bei einer Jugendfreizeit – mit Zittern und Zagen. Aber: der, der einen hält, er lässt einem ja ganz viel Freiheit. Man kann wirklich seinen Weg finden und klettern. Aber wenn ich abstürze, dann hält er mich fest. So ist es bei Jesus: Er versklavt mich nicht, er lässt mir viel Freiheit, ist da, unsichtbar nah. Gibt mir Sicherheit. Aber wenn es mal zum Absturz kommt, dann hält er mich ganz fest. Wenn ich nur nicht selber zuvor die Verbindung des Glaubens gekappt habe, den Karabiner geöffnet habe. Ich wünsche euch, dass ihr an Jesus festhaltet, weil er euch festhält.
3) Jesus hält mich aus
Das ist der dritte Karabiner, der uns festhält: Jesus hält uns aus, das heißt er kennt unsere Fehler und Macken und lässt uns nicht hängen, wenn wir mal versagen. Er vergibt uns.
Herr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! (Psalm 31,2) Yannick
HERR, du wirst mir auch in Zukunft dein Erbarmen nicht versagen, deine Liebe und Treue werden mich stets bewahren. Psalm 40,12 René
Jesus hält mich aus. – Vielleicht habt ihr manchmal das Gefühl, dass es Menschen gibt, die sind einfach nicht zum Aushalten. Vielleicht denkt ihr das manchmal von euren Eltern. Pubertät – das ist ja die Lebensphase, wenn die Eltern in ein schwieriges Eltern kommen. Oh! Die sind doch nicht zum Aushalten!!! Keine Sorge – die denken, das gleiche bestimmt auch manchmal von euch. Natürlich ganz selten nur. Wir Menschen können uns manchmal gegenseitig ganz schön auf den Wecker gehen. Weil wir eben alles keine Engel sind. Vielleicht gelingt es manchen von uns eben, die schlechten Seiten ein bisschen besser zu verstecken. Aber wenn wir ehrlich sind, manchmal erschrecken wir auch vor uns selber. Vor Jesus brauchen wir nichts zu verstecken. Er kennt uns ohnehin bis in die tiefsten Tiefen unserer Gedanken und Gefühle. Aber er hält uns aus. Er liebt uns auch dann noch, wenn wir selbst uns nicht mehr lieben können. Vielleicht erinnert ihr euch noch an dieses Bild hier aus dem Konfirmandenunterricht. Da hat ein Künstler erkannt: Ich selber war es, mit all meinen Sünden, der Jesus mit ans Kreuz gebracht hat. Für mich ist er gestorben. Und er hat mich trotzdem lieb. Ja, er vergibt mir, er trägt mich, er hält mich aus. In den Sprüchen hier ist von Erretten die Rede und von Erbarmen. Glaubt doch nicht: Och, ich bin ja so toll, dass Gott schon mit mir zufrieden sein wird. Sondern nehmt die Vergebung Jesu in Anspruch. Er rettet von Sünden. Er vergibt, weil er liebt.
4) Jesus hält, was er verspricht
Silbermond wünscht sich:
Und dass das Wort, das du mir heute gibst,morgen noch genauso gilt.
Dahinter stehen Enttäuschungen, dass das unter Menschen nicht immer ist. Wie viele haben schon erlebt, dass ein inbrünstiges „ich liebe dich für immer“ - plötzlich keine Bedeutung mehr zu haben scheint. Anders bei Jesus: Was er verspricht, dass er immer mit dir gehen will, dass er dein Freund sein will, dass er jedem, der an ihn glaubt, ewiges Leben schenkt. Das gilt immer und ewig. Deswegen können wir ihm vertrauen:
Auch wenn ich selbst allen Mut verliere, du, Herr, weißt, wie es mit mir weitergeht! (Psalm 142,4) Malena Hinze
Ich aber, Herr, vertraue dir. Du bist mein Gott, daran halte ich fest. (Psalm 31,15) Nils
Schauen wir zum Schluss auf dieses Bild von unseren Liedzettel: Ja, hier hat wirklich jemand Vertrauen. Dass dieses Seil über den Abgrund trägt und hält. Und drüben, am Ziel: Das Kreuz!
„Was Jesus für mich ist? – Einer, der für mich ist! Was ich von Jesus halte? – Dass er mich hält!“
Amen.