Mit Jesus in einem Boot

Konfirmation am 18. April 2010

Martins-Kirche Hohnhorst

Thema: Mit Jesus in einem Boot

Gnade sei mit euch und Frieden von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Eltern, liebe Gemeinde!

Mit Jesus in einem Boot – so unser Thema. Mit einem Boot oder einem Schiff unterwegs sein, kann ja etwas Wunderschönes sein. Vorausgesetzt, der Seegang hält sich in Grenzen.

"Soll ich Ihnen das Mittagessen in die Kabine bringen?", fragt der Ober den seekranken Passagier. "Oder sollen wir es lieber gleich für Sie über Bord werfen?"

Auch auf der Bootsfahrt unseres Lebens gibt es manchmal hohe Wellen und nicht immer ist es leicht, Kurs zu halten. Die Bibel will uns dabei helfen, sie ist so etwas wie ein Kompass, an dem wir uns orientieren können. Doch entscheidend ist: Ist Jesus mit an Bord? Bevor darüber ein wenig nachdenken, wollen wir uns noch einmal einstimmen auf die Bootsfahrt des Lebens, indem wir ein paar Erinnerungen an den Plöner See wachrufen.

[Einspielung Video]

Tja, das Wasser kann ganz schön nass ein – und vielleicht auch ein bisschen kalt, wie man gesehen hat. Gut, wenn man in einem Boot ist, das einen trägt und hält und schützt.

Das war ja schon lustig, als in Ascheberg einige zum ersten Mal in so einem Kanu saßen und dann ging das Ding erst mal im Kreis herum. Ja, so ist es bei der Bootsfahrt des Lebens auch manchmal. Da drehen wir uns im Kreis, kommen nicht von der Stelle.

Gut, wenn jemand dabei ist, der den Kurs kennt und den Kahn steuern kann. Heute heißt das Thema: „Mit Jesus in einem Boot“. Offensichtlich ist es gut, wenn Jesus mit im Lebensboot sitzt. Die Jünger, die Freunde Jesu – auch so eine Art Konfirmandengruppe, die haben erlebt was es bedeutet, dass Jesus bei ihnen mit im Boot ist. Sie hatten auch so etwas wie Konfirmandenunterricht. Drei Jahre allerdings hat es bei ihnen gedauert. Und dabei haben sie es erlebt, wie gut es ist, Jesus im Boot zu haben.

Markus im 4. Kapitel:

35 Am Abend dieses Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: "Lasst uns über den See ans andere Ufer fahren!"
36 Sie schickten die Menschen weg und nahmen Jesus mit ins Boot und ruderten mit ihm auf den See hinaus. Einige andere Boote folgten ihnen.

1) Wein und Wasser

Hä? Also, dass in der Geschichte Wasser vorkommt, ist ja klar, aber Wein? Nun, das war ein bisschen vorher passiert. Eine kleine Vorgeschichte, die das Johannesevangelium berichtet. Da war Jesus bei einem großen Fest eingeladen – keine Konfirmation, aber ein Hochzeitsfest. Und ich möchte es mit erwähnen: Denn wenn es in unserem Predigttext heißt: Sie nahmen Jesus mit ins Boot, dann meint das für die Jünger nicht nur hier diese eine Situation auf dem See Genezareth, sondern ihr ganzes Leben: den Alltag und die Festtage.

Für euch ist heute Festtag angesagt. Feiern und fröhlich sein. Und das finde ich so klasse: Dass Jesus das auch mitmacht. Er freut sich, wenn wir uns freuen. Er hat nichts gegen Feiern. Bei dem Hochzeitsfest in Kana – da hat er sogar, als der Wein ausging, aus Wasser Wein gemacht. Wie auch immer – ein Wunder eben – er ist der Sohn Gottes, der Schöpfer, das war für ihn kein Problem. Im Kindergottesdienst wurde diese Geschichte mal erzählt, und der Pastor wollte den Kindern deutlich machen, dass Jesus wirklich die Macht hat, Wunder zu tun, und so fragte er: „Was haben die Gäste wohl gedacht, als Jesus Wasser in Wein verwandelte?“  - Meldet sich der kleine Hannes: „Den laden wir auch mal ein!“ Das ist eine super Antwort: Den laden wir auch mal ein. Das wünsche ich euch, dass ihr Jesus in euer Lebensboot einladet: Bei den Hoch-Zeiten und Festen eures Lebens, wenn‘s was zu Feiern gibt, dafür steht in der Geschichte der Wein, dass ihr ihm dankbar dafür seid. Aber auch im Alltag, wenn nur Wasser da ist. Selters statt Sekt, Wasser statt Wein. Und sogar dann, wenn es euch richtig dreckig geht. Wenn Wind und Wellen kommen. Und das ist das zweite:

2) Wind und Wellen

Das große Hochzeitsfest war schon eine ganze Weile vorbei. Und nun also sind sie am See Genezareth, steigen nach einem langen Tag in ein Boot, und dann heißt es:

37 Da brach ein gewaltiger Sturm los. Hohe Wellen schlugen ins Boot, es lief voll Wasser und drohte zu sinken.

Bis dahin ging alles glatt im Leben. Bis dahin fiel es den Jüngern leicht, Jesus nachzufolgen. Bis dahin machte der Konfa bei ihm Spaß, aber auf einmal passierte das! Ein richtiger Sturm kam auf, der auch ihren Glauben erschütterte. Ich denke, so kann es uns im Lebensboot auch passieren. Man lebt so vor sich hin, ist ganz happy, aber plötzlich aus heiterem Himmel ein Sturm, der einem das leichte Leben so einfach wegpustet. Wind und Wellen kommen auf. Ich denke an eine junge Frau aus meinem Bekanntenkreis. So was fröhlich! Ich kenne niemanden, der so herzhaft lachen kann. Anfang zwanzig war sie, gerade frisch verheiratet. Dann auf einmal dieses komische Gefühl im Körper. Merkwürdig. Dann der Besuch beim Arzt und die Diagnose: MS – Multiple Sklerose. Eine schreckliche Krankheit, die in Schüben auftritt, und deren Verlauf sich nicht vorhersagen lässt. So weiß sie nie, ob und wann ein nächster Schub kommt. Ob sie womöglich in ein paar Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist oder ob es gut gehen wird. Das ist wirklich ein Sturm! Das sind Wind und Wellen, was dein Lebensboot ganz schon durcheinanderwirbelt. Doch gut, wenn Jesus dann mit im Boot ist. So ist es bei dieser jungen Frau. Natürlich war es für sie ein Schock. Natürlich hat sie auch jetzt manchmal Angst vor der Zukunft, aber bei allem weiß sie sich doch geborgen, sie weiß: Jesus ist bei ihr. Und er ist stärker als die Krankheit und er wird sie führen und tragen auch durch Wind und Wellen hindurch.

Doch jetzt kommt was Merkwürdiges:

38 Jesus aber schlief hinten im Boot auf einem Kissen. Da rüttelten ihn die Jünger wach und schrien voller Angst: "Herr, wir gehen unter! Merkst du das nicht?"

3) Wut und Wundern

Das gibt’s doch nicht! Mitten in der größten Not ist dieser Jesus am Pennen! Ich glaube, die Jünger haben sich erst ganz schön gewundert. Und dann packte sie die Wut und Angst: „Herr, wir gehen unter! Merkst du das denn nicht?“ Das finde ich spannend, wie ehrlich die Bibel auch diese Dinge erzählt. Denn so ist es ja manchmal im Glauben. Da meinst du: Gott schläft, oder du spürst ihn einfach nicht. Da betest du – und es scheint, als ob sich nichts ändert. Und dann kommt Wut und Wundern über dich. Da ging es den Jüngern nicht anders. Auch wenn du als Christ lebst, geht nicht alles glatt im Leben. Da kommen auch mal Zweifel und Dinge, wo du Gott nicht mehr verstehst. Wenn plötzlich eine Freundschaft zerbricht, wenn es plötzlich in der Familie brennt, wenn plötzlich die Versetzung gefährdet ist, und du fragst dich: Hä? Wo ist Gott jetzt? Herr, ich gehe unter! Merkst du das denn nicht?!“

Doch dann geht es weiter:

4) Wort und Wunder

Aus dem Wundern wird das Wunder. Jesus reagiert doch. Und sein Wort schafft Ruhe und Frieden:

39 Sofort stand Jesus auf, bedrohte den Wind und rief in das Toben des Sees: "Sei still und schweig!" Da legte sich der Sturm, und es wurde ganz still.
40 "Warum hattet ihr solche Angst?", fragte Jesus seine Jünger. "Habt ihr denn gar kein Vertrauen zu mir?"
41 Voller Ehrfurcht flüsterten die Jünger einander zu: "Was ist das für ein Mensch! Selbst Wind und Wellen gehorchen ihm!"

Er bringt das aufgewühlte Meer der Seele zur Ruhe. Es genügt ein Wort, ein Satz:  „Sei still und schweig!“ Merkt ihr: Die Worte Jesu, das Wort Gottes – das sind mehr als Worte. Das ist nicht Schall und Rauch. Sondern das schafft Veränderung. Ich gebe zu: Oft ist das Wunder nicht so eindrücklich und greifbar wie in dieser Geschichte. Aber dass ein Wort aus dem Munde Jesu Wunder bewirkt, das haben Menschen schon oft erlebt. Meine Frau Christiane zum Beispiel erzählte mir, dass ihr Konfirmationsspruch so ein Wort war. Sie hatte als junges Mädchen es nicht schwer in der Schule. Da gab’s ohne zu lernen meist Einsen und Zweien. Dann der Wechsel zum Gymnasium. Und auf einmal in den wichtigen Fächern Mathe und so: ‘ne fette „5“. Sie war am Boden zerstört, verpasste den Anschluss, war ganz verzweifelt. Dann erinnerte sie sich an den Konfirmationsspruch: „Gott spricht: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“ Und dann geschah, was in ihren Augen wirklich ein Wunder war. Dies Wort gab ihr wirklich Kraft, sie spürte auf einmal, dass ihr Wert nicht von Schulnoten abhängt, sie spürte wie ihr dieses Wort Wert und Würde gab, und dann aber auch wieder neue Motivation und Lust zum Lernen und so setzte sie sich auf den Hosenboden und dann ging es aufwärts.

Ich lade euch ein, dass ihr Jesus einladet in euer Lebensboot. Dass ihr ihn mitnehmt, indem ihr ihm vertraut. Dass ihr ihn nicht nur in irgend ‘ne Kajüte steckt, sondern dass ihr ihn sogar ans Steuer eures Lebens lasst. Dann werdet ihr erleben, wie er immer bei euch ist: Ob bei Wein oder Wasser, in Wind und Wellen, auch in Wut und Wundern, und sein Wort schafft Wunder – auch bei euch.

Amen.

 

 

 

 

 

Weg und Wahrheit

Wunsch und Wille

Herr, ich danke dir, dass du mich hältst.

Du hältst, was du versprichst.

Du hältst immer zu mir.

Du hältst das Böse von mir fern.

Du hältst mich davon ab, Böses zu tun.

Du hältst mich an deiner Hand.

Du hältst mich fest, auch wenn ich mich falsch verhalte.

Du erhältst meinen Glauben.

Du behältst mich in deinem Herzen.

Du hilfst uns in der Gemeinde zusammenzuhalten.

Du hältst so viel Gutes für uns bereit. Danke dafür und segne uns.

Amen.